Abi in der Tasche, los gehts in die große weite Welt. Am 7. Juni ging unser Australienabenteuer in Perth los. Nach der ersten Woche haben wir uns zum Arbeiten getrennt. Beide hatten wir an unseren Arbeitsplätzen neue Erfahrungen gemacht, das australische Leben kennengelernt, nette Leute getroffen und uns fast ein wenig wie Zuhause gefühlt.
Sechs Wochen später hatten wir dann beide etwas Geld angespart und uns in Margaret River wiedergetroffen, von wo wir, nach einer erlebnissreichen, gemeinsamen Woche, am 3.September unseren Roadtrip Part I mit Franzose Damien starteten.

Mit ihm sind wir innerhalb einer Woche bis nach Exmouth gefahren – auf dem Weg dahin gabs die Pinnacels, Jurien Bay, den Kalbarri NP, Monkey Mia, Coral Bay, Carnavan und einige Sonnenuntergänge zu sehn. Danach folgten vier Tage Tauchkurs und anschliessend die Weiterreise mit zwei deutschen Jungs und ihrem 4-wheel drive -> Roadtrip Part II.

Wir hatten zwei schöne Tage im Karijiini NP, bevor auf dem Weg nach Port Headland das Auto kaputt ging. Nach zwei Tagen Pause schafften wir dann aber doch noch die 600km auf dem Great Northern Highway bis nach Broome, wo das Auto dann ganz den Geist aufgab.
Ein Glück hatten wir die Weiterreise schon organisiert. Nach zwei Tagen bei 36°C Lufttemperatur, 28°C Wassertemperatur (wobei sich da die Quallen und Krokodile auch sehr wohl fühlen und somit kein Baden angesagt war), und einem unvergesslichen Abendspaziergang bei rotem Sonnenuntergang folgt Roadtrip Part III. Von Donnerstag 20. September bis Montag 24. September ging es mit dem englischen Paar im klimatisierten Auto durch die Kimberleys hoch nach Darwin. Großteil der Kimberleys ist nur mit 4-wheel drive zugänglich, aber wir hatten doch ein paar wenige Stopps gemacht und folgendes besichtigt: den Boab Prison Tree vor Derby, die Felsformationen im Geikes NP, das grüne Kununurra mit Lake Argyle, Katherine mit den Hot Springs und zum Schluss die Edith falls.
Dann waren wir auch schon am Top End angelangt und hatten erstmal keinen Plan wie es weitergehen soll. Innerhalb zwei Tagen hatten wir dann aber drei weitere Leute (zwei deutsche Jungs und eine Französin) aufgetieben und konnten mit unserem gemieteten Van Spaceship Roadtrip Part IV in den Litchfield NP starten. Zu Beginn gabs einen 5m hohen Termitenhügel zu sehen und dann warteten zwei Tage Badevergnügen in den vielen Falls und Pools und die Weiterreise nach Katherine auf uns, vorrausgesetzt die Autobatterie hätte mitgemacht.
So folgten nachdem wir von den Florence Falls zurück kamen jedoch insgesamt 6 jumpstarts, nervenauftreibende Telefonate und eine Nacht neben der der Tankstelle im Batchelor Town auf uns bis wir schliesslich, nach einem weiteren Bad in den Hot Springs und der Besichtigung des Katherine Gorges, auf dem Woolworth Parkplatz in Katherine ankamen, wo wir für den nächsten Roadtrip von Franzose Julien abgeholt wurden.
Roadtrip Part 5 ins Red Center
Unser Roadtrip durchs Outback von Australien hinein ins Red Center, im voll ausgestatteten Van mit zwei Franzosen und einem weiteren auf dem Motorrad hinter, startete am 29. Septemeber in Katherine um 11:30 Uhr nachdem wir unseren Essenvorat eingekauft hatten.
Es ging alles gerade aus, rund 1200 kilometer auf dem Stuart Highway entlang Richtung Alice Springs und auf den ersten 100km gabs typisch Outback, 80 tote am Straßerand liegende Kangaroos zu sehen…Da hoffen wir doch mal, dass die Schilder am Strassenrand mit „Please Arrive Alive!“ recht haben und wir diesen Trip auch überleben.
Den restlichen ersten Tag haben wir dann aber erstmal in dem türkisblauen Wasser der Mataranka Hot springs verbracht. Das war dann aber auch unser leztes Bad für die kommende Zeit. Danach wurde täglich auf den free Campingsites übernachtet, wo man auf eine Dusche verzichten musste, oder mit der „Solar-Dusche“ vom Autodach vorlieb nahm.
Franzosen, oder ganz besonders diese nehmen es sehr gemütlich, mit einer konstanten Geschwindigkeit von 80km/h tuckerten wir, mit stündlichen Stopps an Roadhauesern und den nicht zu vergessenen 12 Uhr Lunchpausen, immer weiter in die Mitte Australiens hinein.
Unser Hamsa wurde von Tag zu Tag besser und belohnt wurden wir mit atemberaubender und Natur, wie z. B. den Devils Marbles.
Und dann ware wir auch schon in Alice Springs, eine Stadt ganz weit weg von allem. Allzu besonders ist sie aber nicht, neben einkaufen, Bücher tauschen und durch die Strassen schlendern hatten wir noch die school of air besichtigt. Das eigentliche Highlight und Abenteuer lag erst noch vor uns:

Am 3. Oktober 2012 fuhren wir (jetzt zu fünft im Auto) dem Uluru entgegen und waren fasziniert von diesem rießigen roten Stein, von dem man nicht genug sehen kann.
Abends haben wir in zum Sonnenuntergang angeschaut, morgens vorm Frühstück zum Sonnenaufgang, dann sind wir 5 Stunden um ihn herumgelaufen und haben abends nach einem weiteren Sonnenuntergang unsere geliebten Eggiitoasts gegesssen.
Alles war das aber noch nicht, was das Red Center zu bieten hat. 30km neben dem Uluru stehen die Katja Tjuta, eine Berggruppe die auch den Namen Olgas (benannt nach der Königin Olga von Württemberg) tragen. Durch die gibt es einen klasse Wanderweg hindurch, ins valley of the wind, wo man sich wie in einer anderen Welt fühlt und wieder Mal atemberaubende Natur zu sehen bekommt.
Die 3 Tage im kata tuja-uluru National Park haben uns sehr gefallen und wurde mit einer Nacht unter den australischen Sternen, auf rotem Sand und mit Blick auf unsren Uluru und die Olgas abgeschlossen. Alles war das aber immer noch nicht. Nur eine 5-stündige Weiterfahrt entfernt gibt es da noch den Kings Canyon. Tja und wie es hier immer so ist, wenn man glaubt das war schon erstaunlich gut und es kann gar nicht noch mehr geben, dann wartet um die Ecke das nächste Wunder.

Wieder gab es eine 5 stündige Wanderung, die sich sehr gelohnt hat und danach standen innerhalb von drei Tagen 2000 km bis zur Ostküste an. Mittlerweile hatten wir auch Halbzeit unserer Australienreise erreicht.
Nach 6 Wochen Roadtrip, rund 9600 km, 3 australischen Staaten und vielen Abenteuern, schliefen wir mit Blasen an den Füßen, Gepäck voller roter Sand, erschöpft, aber glücklich angekommen zu sein das erste mal wieder in einem Bett ein – gespannt auf unsere Weiterreise an der Ostküeste.
Fazit: Auch wenn das unser Roadtrip und unsere Reise durch Australien so eigentlich nie geplant war, hatten wir ein tolles Erlebniss. Das Nortern Territory hat sich eindeutig gelohnt und der Reisetipp „go for it“ (das ergibt sich alles von selber) hat sich bestätigt. Mit mehr Glück als Verstand durchs weite Land. 😉
